Mittwoch, 22. März 2023

DIE EXPONATE

Keramik, Porzellan & Glas

Hier werden aus den bisherigen Sendungen die einzelnen Exponate aus der Rubrik "Keramik, Porzellan & Glas" besprochen und bewertet.


K1-Pfanne.jpg

Brod'n KlĂŒtenpann

Aus der Sendung vom 5. August 2008

Ochsenaugenpfanne
Land Hadeln um 1820

Diese Pfanne aus Steinzeug, auch im plattdeutschen "Brod`n KlĂŒten Pann" genannt, ist ein Steinzeug das vermutlich in der Lamstedter Börde von einer kleinen Töpferei in Handarbeit hergestellt, hart gebrannt, bemalt und glasiert wurde. Diese Keramik ist mit einer ockerfarbener Glasur und bemaltem Rankenmuster versehen. Die Backkeramik weist eine runde Form mit 7 Augen (Ausformungen) und zwei Henkel auf. Der Durchmesser betrĂ€gt 29 cm. In diesen Pfannen wurden die so genannten Ochsenaugen (Brod`n KlĂŒten) hauptsĂ€chlich zur Weihnachtszeit gebacken (gebraten).

Im Elbe-Weser-Raum gab es viele kleine Töpfereien die aus Ton Gebrauchsgeschirr wie Teller, SchĂŒsseln und Töpfe fĂŒr den tĂ€glichen Gebrauch herstellten und zum Teil auch mit farbigen Glasuren verschönten. Viele Ă€ltere BĂŒrger können sich auch noch an die eine oder andere Tonkuhle erinnern. Auch Straßennamen wie "Bei der Tonkuhle" weisen darauf hin, das es hier in der NĂ€he auch mal eine Töpferei gegeben hat. Diese sogenannten Ochsenaugenpfannen waren in ganz Deutschland verbreitet und wurden im sĂŒdlicheren Bereich auch "Förtchenpfanne" genannt. Nur das Backrezept war dort ein etwas anders.

Ganz frĂŒhe Pfannen gab es auch aus Kupfer, spĂ€ter dann aus Eisen mit hell emaillierten Augen-Formen. Bei der vorgestellten Backkeramik handelt es sich um ein besonders seltenes Exemplar einer „Brod`n KlĂŒten Pann“ aus der Zeit um 1820. Es weist lediglich einen kleinen Brandriss auf. Der "Kunstberater" schĂ€tzt daher dieses Exponat auf ca. 450,00 Euro.

Falls Sie dieses GebÀck nach der alten Hadler Art mal selber backen (braten) möchten, verraten wir ihnen hier das Rezept:

3 Eier
375 ml Milch
1 WĂŒrfel Hefe
125 Gramm Zucker
500 Gramm Mehl
Schale und Saft einer Zitrone (oder Zitroback)
200 Gramm Rosinen
200 Gramm Korinthen
Eine Prise Salz
Eine Prise Kardamon.
Puderzucker zum bestreuen.

Das Mehl in ein GefĂ€ĂŸ geben und eine Mulde bilden. Darin die gebröckelte Hefe mit einem halben Teelöfel Zucker und drei Eßlöffel Milch verrĂŒhren und zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 20 Minuten gehen lassen. Danach schlagen sie die Eier auf und geben diese mit der restlichen Milch nach und nach hinzu wĂ€rend sie mit einem HandrĂŒhrgerĂ€t mit Knethaken alles zu einem glatten teig verrĂŒhren. Zu letzt kommen Salz, Kardamon, die Rosinen und Korinten sowie die restlichen Zutaten hinzu. Der Teig darf nicht zu dĂŒnn werden. Er soll geschmeidig bleiben. Geben Sie ggf. und je nach Konsistenz etwas mehr Milch oder mehr Mehl hinzu. Lassen Sie den Teig fĂŒr weitere 20 Minuten ruhen.

Heizen Sie den Backofen auf ca. 180 Grad vor (Umluft bei ca. 160 Grad). Nehmen Sie eine Menge Teig auf einen Esslöffel und befĂŒllen Sie jede Ausbuchtung der vorher gefetteten "Brod'n KlĂŒtenpann" (zur Not geht auch eine Muffinbackform) und lassen die "KlĂŒten" ca. 20 Minuten goldbraun ausbacken.

Nach dem AuskĂŒhlen bestreuen Sie die KlĂŒten mit Puderzucker.

Wir bedanken uns bei Werner Görse, den wir als Gast mit diesem Exponat am 5.08.2008 in unserer Sendung begrĂŒĂŸen durften.

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Grafik: Logo Radio Weser.tv