Dienstag, 19. November 2019

DIE EXPONATE

Militaria

Hier werden aus den bisherigen Sendungen die einzelnen Exponate aus der Rubrik "Militaria" besprochen und bewertet.


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Reservistenkrug in drei Ansichten

Aus der Sendung vom 16. Dezember 2008

Reservistenkrug aus dem Husaren-Regiment

„König Humbert von Italien“ 1. Kurhessisches Nr. 13, dass war eine Kavallerieeinheit der Königlich Preußischen Armee. Nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen wurde Kurhessens Regiment am 14. Oktober 1866 auf den König von Preußen vereidigt und als 1. Hessisches Husaren-Regiment Nr. 13 in die preußische Armee eingegliedert.

Im Jahre 1897 wurde der König „Umberto von Italien“ zum Ehrenoberst des Regiments ernannt, das von da an den Namen „Husaren-Regiment Humbert von Italien 1. Hessisches Nr. 13 trug“. Nach der Ermordung von König Umberto von Italien im Jahre 1900 erhielt nun das Regiment „König Viktor Emmanuel III.“ ohne dass jedoch eine weitere Namensänderung erfolgte. In Garnison lag das Regiment von 1866 bis 1875 in Hofgeismar – von 1875 bis 1902 in Frankfurt a.M. – von 1902 bis 1905 in Mainz – ab 1905 in Diedenhofen.

Das deckt sich auch mit der Geschichte unseres Gastes Herrn Herbert Nühring, der diesen Krug von seinem Großvater, der als Husar von 1905 bis 1924 in Diedenhofen diente, in Ehren gehalten wird.

Der Krug ist aus Porzellan, bemalt und weist Sprüche und ein Namensregister auf. Die Frontansicht stellt einen Lanzenreiter und das Porträt von Kaiser Wilhelm von Preußen und König Humbert von Italien dar. Im Boden ist ein so genanntes Durchscheinbild eingearbeitet. Der Zinndeckel ist als Reiterfigur, der Daumenrast als Adler mit Glasauge (Lupe) mit der Garnisonsansicht ausgearbeitet.

Dieser seltene Krug ist in sehr gut erhalten und wird daher im Wert mit ca. 1.000,- € vom Kunstberater eingeschätzt.

Reservistenkrüge aus Porzellan werden in großen Stückzahlen als Reproduktionen angeboten. Bei einem Kauf eines angeblich echten Reservistenkrug sollte man sich von einem Fachmann beraten lassen.

Wir bedanken uns bei Herrn Herbert Nühring, den wir als Gast mit diesem Exponat am 16.12.2008 in unserer Sendung begrüßen durften.

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