Dienstag, 19. November 2019

DIE EXPONATE

Silber & Schmuck

Hier werden aus den bisherigen Sendungen die einzelnen Exponate aus der Rubrik "Silber &  Schmuck" besprochen und bewertet.


KB5-Kamee.jpg

Aus der Sendung vom 16. Dezember 2009

Kameebrosche um 1860

Immer wieder gibt es bei der Beschreibung von Kamee und Gemme Verwechselungen. Bei einer Kamee ist das Motiv erhaben geschnitzt im Gegensatz zu einer Gemme deren Schnitzerei vertieft also im negativen Sinne geschnitzt ist. Kamee- und Gemmenschnitzereien waren schon in der Antike bekannt, wo man Motive in Jade und anderen Edelsteinen fand. Jahrhunderte alte Ringe und Medaillons im Kamee- u. Gemmenschnitt sind in den Musen noch zu sehen und zeugen somit von der Beliebtheit dieser Schmuckverarbeitung bis in die heutige Zeit. Das Zentrum europäischer Muschelschnitzerei war und ist Italien.

Bei unserer hier gezeigten Kamee handelt es sich um eine Muschelkamee. Als Grundmaterial dienten Muscheln (Mallusken) deren Oberfläche weiß und die untere Schicht einen rotbraunen Farbton besitzen. Die obere weiße Schicht wurde nun von dem Kameeschneider so bearbeitet, dass die tiefer liegende Schicht mit dem rotbraunen Ton den Hintergrund des Motivs bildete. Auf der hier gezeigten Muschelkamee ist ein hervorragend geschnitztes Bildnis inspiriert nach Antinous Mondragone. Gefasst in einer ovalen ornamentierten Goldfassung 14 kt = 585 nicht gestempelt, doch vom Kunstberater geprüft. Größe der Fassung 48 x 38 mm – Gute Erhaltung mit Nadel. Der Kunstberater bewertete diese Brosche mit 650,- Euro.

Wir bedanken uns bei Frau Marlies Sowa, die wir als Gast mit diesem Exponat am 16.12.2008 in unserer Sendung begrüßen durften.


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